Vom Badmintonfeld auf die Ultrastrecke: Jonathan läuft 111,35 Kilometer in 25 Stunden
Vom Badmintonfeld auf die Ultrastrecke: Jonathan läuft 111,35 Kilometer in 25 Stunden

Wer Jonathan Sepanlou aus unserer Badminton-Abteilung kennt, kennt ihn normalerweise mit Schläger und Federball in der Halle. Am 12. und 13. September tauschte er jedoch das Badmintonfeld gegen eine ganz andere sportliche Herausforderung: den Wiesbadener 25-Stunden-Lauf.
Nur wenige Tage zuvor hatte Jonathan seinen 18. Geburtstag gefeiert. Beim von der WISPO Wiesbadener Sportförderung veranstalteten Lauf stellte er sich als jüngster der sechs Einzelläufer der Herausforderung, 25 Stunden lang möglichst viele Kilometer zurückzulegen.
Und das Ergebnis kann sich sehen lassen: 111,35 Kilometer in 25 Stunden.
Dabei begann der Lauf sogar besser als erwartet. Jonathan war in den ersten Stunden deutlich schneller unterwegs als geplant und fühlte sich körperlich wie mental weiterhin sehr gut. Kleinere Probleme zwischendurch konnten ihn zunächst nicht stoppen.
Nach ungefähr 40 Kilometern meldete sich allerdings eine Sehnenverletzung im rechten Bein zurück, die ihn bereits im Sommer beschäftigt hatte. Zunächst ließ sich damit noch gut weiterlaufen, doch mit zunehmender Distanz wurden die Beschwerden immer stärker. Ab ungefähr Kilometer 70 war selbst normales Gehen kaum noch schmerzfrei möglich.
Für Jonathan war Aufgeben trotzdem keine Option. Solange es irgendwie vorwärtsging, ging es weiter.
So kämpfte er sich durch die folgenden Stunden und legte trotz der Beschwerden noch rund 40 weitere Kilometer zurück – einen großen Teil davon humpelnd. Bemerkenswert war dabei, dass weder Muskulatur noch Kopf nachließen. Auf den letzten beiden Runden konnte Jonathan sogar noch einmal deutlich das Tempo erhöhen und den Lauf mit einem Zielsprint beenden.
Am Ende standen 111,35 Kilometer auf der Uhr.
Ohne die Probleme mit der Sehne wären nach seiner Einschätzung sogar die ursprünglich angepeilten 130 bis 140 Kilometer möglich gewesen. Eine Leistung, die umso außergewöhnlicher ist, da Jonathan mit Diabetes lebt. Vollständige historische Aufzeichnungen für solche Leistungen gibt es zwar nicht, möglicherweise gehört er damit aber zu den jüngsten Diabetikern überhaupt, die eine derartige 24-Stunden-Ultradistanz bewältigt haben.
Für einen 18-Jährigen, den wir beim TSV eigentlich aus der Badminton-Abteilung kennen, ist das auf jeden Fall eine außergewöhnliche Ausdauerleistung.
Und Jonathan hat bereits das nächste Ziel im Blick: 2027 möchte er wieder beim 25-Stunden-Lauf antreten – und dann die 100-Meilen-Marke knacken. Das wären mehr als 160 Kilometer.
Nach 111,35 Kilometern in diesem Jahr darf man gespannt sein, was beim nächsten Mal möglich ist.