TSV-Ehrungen bei der Kerb

TSV ehrt langjährige Mitglieder bei der Bleischter Kerb 2026
Auch in diesem Jahr nahm unser TSV wieder das größte heimische Volksfest zum Anlass, um im Rahmen eines Kerbe-Frühschoppens unter den Linden im Pfarrgarten seine langjährigen Mitglieder zu ehren. Vorsitzender Markus Jestaedt begrüßte, assistiert von seiner Stellvertreterin Nadine Münster, zunächst den diesjährigen Kerbevadder Marco Maier und dann vor allem 20 langjährige Mitglieder, die der Einladung in den schönen Rahmen gefolgt waren, neben einigen Angehörigen und anderen Stammgästen.
Für 25-jährige Mitgliedschaft wurde Andreas Schifferer aus der 3. Mannschaft der Fußballer geehrt. Unter den 40-jährigen Mitgliedern stach neben Monika und Marc Ebert sowie dem Volleyballer Andreas Pichl vor allem Christiane Serth aus der Rhönradabteilung hervor. Sie war nicht nur Deutsche Vizemeisterin in dieser Sportart, sondern sie hat sich auch für unseren TSV als Bundeskampfrichterin engagiert. Vor allem aber ist sie auch die Vorsitzende des Fördervereins Rhönrad Taunusstein, der die Kooperation des TSV mit dem SV Neuhof unterstützt. Ohne diese Unterstützung wäre Spitzensport wie Rhönrad beim TSV unmöglich.
Markus Jestaedt hob immer wieder die Bedeutung von langjährigen Mitgliedern für die Vereine hervor, ganz besonders deshalb, weil sich einige von diesen Mitgliedern auch lange ehrenamtlich im TSV engagiert haben. Ohne dieses aktive Ehrenamt ist kein Vereinsleben denkbar.
Das wurde dann vor allem auch schon bei den Mitgliedern deutlich, die für 50-jährige Mitgliedschaft von Markus und dem Kerbevadder Marco geehrt wurden. Da sind Erika Steinbrück und Helene Richner zu nennen, die in der Turnabteilung in verschiedenen Frauengruppen aktiv waren und sind. Silke Herok-Schöppner turnte und spielte Faustball seit ihrer frühen Kindheit. Noch heute ist sie für einen „Work-Out“ verantwortlich, mit dem die ältere Generation fit gemacht wird. Thorsten Ziemann entschied sich zunächst zwischen Volley- und Fußball dann endgültig für den Fußball, gehörte einem damals starken A-Jugend-Jahrgang an und ist dem TSV heute noch verbunden. Michaela Köhler nahm an einigen Kursen in der Turnabteilung teil und backte vor allem hervorragende Kuchen für gemeinsame Veranstaltungen.
Ihr Bruder Alexander Plasch war nicht nur seit seiner frühen Kindheit ein begeisterter Fußballspieler, er ist seit Jahrzehnten der „Hans-Dampf-in allen-Gassen“ in der Fußballabteilung. Schon in seiner aktiven Zeit, die bis heute nie ganz geendet hat, brachte er sich beim ersten Kunstrasenbau am Röderweg 1999 mit ein und war auch an der Erneuerung des Kunstrasens 2014 beteiligt. Er war Geschäftsführer der Fußballabteilung und ist bis heute Spielausschussobmann. Daneben bringt er sich im Jugendausschuss mit ein, seit sein Sohn Lenny beim TSV die Fußballschuhe schnürt. Da er beruflich als Architekt unterwegs ist, hat er sich natürlich beim Neubau des Vereinsheims am Anfang dieses Jahrzehnts eingebracht und war vor allem bei der Innengestaltung unserer neuen Räume federführend. Letztendlich bringt er sich auch jährlich beim Beitrag des TSV zur Bleischter Kerb ein. Die Kerbenacht am Freitagabend, noch vor der offiziellen Eröffnung, war nicht nur seine Idee, er geht da in jedem Jahr wie immer voraus, so dass die „Kerbenacht“ vor der Kerb nicht mehr wegzudenken ist.
Auch Elke Gotscher wurde für 50 Jahre Mitgliedschaft geehrt. Sie engagiert sich, gemeinsam mit ihrem Mann Helmut, seit Jahrzehnten im TSV. Aus der Turnabteilung hervorgegangen, übernahm sie von 1979 bis 2012 für 15 Jahre das Amt der Kassenwartin im TSV. In ihrer Zeit hat sie die Kassenführung im Verein auf neue, zeitgemäße Abläufe umgestellt und die nicht mehr wegzudenkende Unterstützung durch eine Steuerberatung eingeführt. Immer wieder musste sich der TSV auf neue Gesetze und Abgaben einstellen und unter dem Motto „Mehr Verantwortung für die Vereine“ kürzte die Stadt nicht nur die bisherigen Zuschüsse, sondern beteiligte die Vereine auch immer stärker an den ohnehin steigenden Betriebskosten. In ihre Amtszeit fielen zwei große TSV-Jubiläen, das 100-jährige und das 110-jährige, für die Elke die entsprechend erforderlichen Rückstellungen vornahm. Letztendlich erstellte sie aufgrund der sich ändernden steuerrechtlichen Bedingungen einen „Leitfaden für die Abteilungen“.
Bei den Ehrungen für 55-jährige Mitgliedschaft kamen dann andere Urgesteine aus verschiedenen Sportarten zum Zug.
Das Ehepaar Ursula und Heinrich Reiser, beide Volleyballer im TSV der ersten Stunde. Er seit 50 Jahren und sie sogar seit 55 Jahren, erlebten die Anfänge dieser Sportart in den 1970er Jahren mit und waren bis ins reifere Alter aktiv dabei.
Mit Klaus Michallik war ein Mann der ersten Stunde der TSV-Faustballer bei den 55-jährigen Ehrungen, der es seinerzeit nicht nur in den Hessen-Kader geschafft hat, sondern auch lange als Trainer bei den TSV-Faustballlern gearbeitet hat.
Andreas Kleinschrot war nicht nur lange Jahre TSV-Fußballer in der Jugend und in den Seniorenmannschaften aktiv. Er trainierte auch die Senioren-Fußballer in den 1990-Jahren und schaffte mit ihnen 1996/97 den Wiederaufstieg in die Bezirksliga (heute Kreisoberliga). Die TSV-Fußballer schlossen damit eine gut zehn Jahre dauernde Stagnation nach den erfolgreichen 70-Jahren ab.
Mit Günther Walker und Franz Schmitz waren auch zwei Urgesteine der TSV-Handballer dabei, die lange Jahre die Handballabteilung mitgeprägt haben. Franz Schmitz engagierte sich darüber hinaus einige Jahre als Kassenwart im TSV-Vorstand und lief im höheren Alter noch bei Lauftreffs bis hin zum Marathon mit.
Stefan Damm ist bereits 60 Jahre Mitglied im TSV, spielte in den Jugend- und Seniorenmannschaften und führte auch einige Zeit die Kasse der Fußballabteilung. Bis heute ist er Stammgast bei den Heimspielen am Röderweg.
Die Höhepunkte kamen zum Abschluss der diesjährigen Ehrungen. Vorsitzender Markus Jestaedt rief, gemeinsam mit Kerbevadder Marco Maier, zwei Fußballer zu sich, die nicht nur auf eine 65-jährige Mitgliedschaft im TSV zurückblicken, sondern beide als Torhüter den Aufstieg der TSV-Fußballer in den 1960er und 1970er Jahren ganz wesentlich mitgeprägt haben.
Klaus Emmel, besser noch bekannt als langjähriger Chef der Freiwilligen Feuerwehr in Bleidenstadt, war überwiegend Torhüter der 2. Mannschaft, durfte, wie er es selbst nannte, ab und zu mal die damaligen Stammtorhüter Horst Brzobohaty und Klaus Wöll vertreten. Er war der Torhüter der 2. Mannschaft, die 1969 die Meisterschaft in der damaligen Reserverunde der A-Klasse sicherstellte, dem die 1. Mannschaft 1970 ebenfalls die Meisterschaft folgen ließ und erstmals in der Vereinsgeschichte in die damalige Bezirksliga aufstieg, dem Beginn eines „goldenen Jahrzehnts“ der TSV-Fußballer. Später war er als Chef der Feuerwehr stets ein verlässlicher Partner beider Vereine bei gemeinsamen Aktivitäten. Bis heute ist er Gast am Röderweg, wenn sein Enkel Benny in der TSV-Jugend Fußball spielt.
Horst Brzobohaty, den Älteren noch als der Lisse-Horst bekannt, spielte als Watzhahner Bub schon in der TSV-Jugend. Er war der Stammtorhüter der 1. Mannschaft in den 1960er und der ersten Hälfte der 1970er Jahre. 1970 errang er mit der 1. Mannschaft die Meisterschaft in der A-Klasse und stieg in die Bezirksliga auf. Nach zwei Vizemeisterschaften wurde der TSV auch hier Meister und stieg in die Landesliga Hessen-Mitte (heute Verbandsliga) auf, damals die vierthöchste Liga in Deutschland. Der absolute Höhepunkt seiner sportlichen Laufbahn war jedoch die Saison 1974/75. Neben den Spielen in der Landesliga war er der Torhüter des TSV in vier denkwürdigen Spielen in der Hauptrunde des DFB-Vereinspokals. Zunächst ein 0:0 beim Südwest-Oberligisten FC 06 Rodalben in der Nähe von Pirmasens, das der TSV in der Verlängerung mit 2:1 gewann. Als nächstes trat der Zweitbundesligist FC 08 Homburg aus dem Saarland vor der Rekordkulisse von 1.600 Zuschauern auf dem Hartplatz am Röderweg an, was heute nicht mehr denkbar wäre. Unter den Augen des Hessischen Rundfunks mit Fernsehbildern und Hörfunkeinblendungen stand es nach 90 Minuten und 30 Minuten Verlängerung erneut 0:0 -Unentschieden. Das Wiederholungsspiel fand mangels Flutlicht in Homburg an einem Dienstagabend im Wiesbadener Stadion an der Berliner Straße vor über 2.000 Zuschauern bei strömendem Regen statt. Nach noch einmal 120 Minuten, einschließlich Verlängerung, stand es noch immer 0:0. Horst Brzobohaty hatte über vier Stunden mit Hilfe seiner Mannschaft nicht nur sein Tor sauber gehalten. Im anschließenden Elfmeterschießen hielt er drei von vier Strafstößen und ging als „Elfmetertöter aus dem Taunus“ in die Fußballgeschichte ein. Die zwei verwandelten Elfmeter von Helmut Hollinger und Willi Reichert reichten zum 2:0-Sieg. Am Fastnachtssamstag 1975 schied der TSV dann in der 3. Hauptrunde beim damaligen dreifachen deutschen Amateurmeister SC Jülich 10 aus.
Horst zweites Steckenpferd war dann das Ehrenamt als Schiedsrichter. Er stieg bis zur Hessenliga auf und nur die Altersgrenze verhinderte einen weiteren Aufstieg, aber er war anschließend noch lange als Schiedsrichter-Beobachter aktiv und beendete seine Karriere bei den Schiedsrichtern nach insgesamt 50 Jahren.
Weitere Jubilare, die diesmal nicht kommen konnten, werden in ihren Abteilungen geehrt.
Zum Abschluss stellten sich die anwesenden Jubilare mit Markus Jestaedt und Gerd Rüppel der Fotografin Sarah Eckl im Pfarrgarten.
Gerd Rüppel